Sorgen um andere

Du kennst jemanden aus deinem Freundeskreis oder deiner Familie der Drogen konsumiert oder andere Verhaltensweisen zeigt, die auf eine Abhängigkeit hindeuten? Du merkst auch, dass sich der- oder diejenige vielleicht verändert hat und eure Freundschaft darunter leidet? Du machst dir Sorgen und bist unsicher, wie du mit der Situation umgehen sollst? Du fragst dich was du tun kannst?

Wir haben für dich einige Informationen zusammengestellt, die dir im Umgang mit deinem Freund/deiner Freundin oder Familienangehörigen helfen können.

Nimm all deinen Mut zusammen und rede mit deinem Freund/deiner Freundin, wenn du glaubst, dass er/sie Hilfe braucht. Der/die Betroffene erkennt vielleicht noch gar nicht oder verleugnet, dass er/ sie ein Problem hat.

 



Zunächst ganz wichtig: Überlege Dir, ob DU wirklich Ansprechpartner/in für die Person sein möchtest und Dich die Situation nicht vielleicht überfordert.

Wenn du dich entschieden hast:

  • Wenn die Person ein Drogenproblem hat, warte einen Zeitpunkt ab, zu dem die Person nüchtern ist!

  • Überlege dir vor dem Gespräch, was du sagen und ansprechen willst!

  • Stelle nicht nur das „Problem“ in den Vordergrund, sondern zeige Interesse an der Person! Sucht gemeinsam Gründe für einen Ausstieg aus der Sucht und sprecht auch die Punkte an, die zum Drogenkonsum oder zu der Abhängigkeit geführt haben.

  • Sei offen und zeige deine Ängste und Sorgen! Eure Freundschaft ist dir wichtig, nicht aber um jeden Preis! Sprich auch an, was du nicht gut findest!

  • Bleibe in Konfliktsituationen sachlich und sei auf Verharmlosung und Verleugnung des Suchtproblems gefasst, diese gehören zum Problem.

  • Biete weitere Gespräche oder die Begleitung zu einer Drogenberatungsstelle an, wenn du das selbst möchtest. Auch für die Abhängigkeit von bestimmten Verhaltensweisen, wie Essstörungen oder Computersucht gibt es Beratungsstellen.


Es ist oft schwer, manchmal sogar unmöglich, jemanden von seiner Sucht abzubringen, Drogen zu nehmen. Es gibt auch keine Patentlösung, um jemanden zu überzeugen, den Konsum zu stoppen. Die Person selbst muss erkennen, dass sie ein Problem hat oder an ihrem Verhalten etwas verändern möchte. Sie muss bereit sein, sich helfen zu lassen.
Versuche deshalb nicht, die Person zu etwas zu zwingen oder mache ihr Vorwürfe.
Dies führt häufig zu Misstrauen, Widerstand oder dazu, dass sich dein Freund/deine Freundin zurückzieht.

Was du für dich selbst tun kannst…

  • Suche dir selbst Hilfe, wenn du glaubst, du schaffst das nicht alleine. Nur wenn es dir gut geht, kannst du deinem Freund/deiner Freundin gut zur Seite stehen. Unterstützung bekommst du z.B. in Drogenberatungsstellen.

  • Siehst du eine ernste Gefahr, besorge dir Adressen von Beratungsstellen, Jugendhilfe, Kliniken, Telefonnotruf etc. Was du in einem Drogennotfall tun kannst und wie du ihn erkennst, kannst du auch hier nachlesen.

  • Versuche dich abzugrenzen und deinen Standpunkt klar zu vertreten. Dazu gehört, dass du nicht für deine(n) Freund(in) lügst. Damit kannst du ihm/ihr nicht weiterhelfen.

  • Zeige, wenn dich dein(e) Freund(in) unter Drogeneinfluss schlecht behandelt hat. Lass’ dich keinesfalls in Versuchung führen, selbst Drogen auszuprobieren.

Du kannst auch gerne eine Beratungs-Anfrage stellen. Wir unterstützen dich gerne, wenn du nicht weiter weißt.